Richtig lüften für ein gutes Raumklima

Stoßlüften in regelmäßigen Abständen oder das Fenster lange auf der Kippstellung belassen? Warum lüftet man eigentlich? Und wie beugt man Schimmelbildung effektiv vor? Wir erklären Ihnen, was Sie beim Lüften alles beachten sollten, um für ein optimales Raumklima in Ihrer Wohnung zu sorgen.

Gründe für eine ausgiebige Belüftung der Wohnräume

Jeder lüftet aus einem anderen Grund. Die einen schlafen besser, wenn Sie nachts eine Frischluftzufuhr von außen bekommen. Die anderen möchten den muffigen Geruch aus der Wohnung vertreiben.

  • Raumklima verbessern
  • Luftfeuchtigkeit im Raum verringern
  • Temperatur regulieren
  • Frischluftzufuhr steigern

Lüften ist aber keine Option, die nur dazu dient das Raumklima zum eigenen Befinden zu verbessern. Lüften ist essentiell, um einer Schimmelbildung in den Räumen vorzubeugen. Besonders Räume mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sind besonders anfällig dafür.

Hohe Luftfeuchtigkeit führt zu Schimmelbildung

Grundsätzlich gilt: Lüften Sie alle Räume regelmäßig, unabhängig davon, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist und wozu sie genutzt werden. Einige Räume sollten jedoch noch häufiger und sorgfältiger gelüftet werden als andere. Dazu gehören Küche, Bad und Wohnräume mit vielen Feuchtequellen.

Durch eine höhe Feuchtigkeit in der Luft wird die Bildung von Hausstaubmilben und Schimmelpilzen begünstigt. Diese wiederum können Allergien hervorrufen und die Gesundheit langfristig schädigen. Die Luftfeuchtigkeit in einem Wohnraum kann durch verschiedene Faktoren zusätzlich erhöht werden, zum Beispiel durch große Pflanzen oder durch feuchte Wäsche auf einem Wäscheständer.


Die richtige Lüftung für unterschiedliche Räume

So sollten Sie Schlaf- und Wohnzimmer, Küche, Bad und Keller lüften, um ein gutes Raumklima zu erzeugen und Schimmelbildung vorzubeugen:

Schlafzimmer

  • permanente Kipp- oder Stoßlüftung in der Nacht im Sommer
  • permanente Kipplüftung in der Nacht oder Stoßlüftung nach dem Aufstehen im Winter (bei gedrosselter Heizung!)

Wohnzimmer

  • regelmäßige Stoßlüftung
  • besonders häufig wenn viele Feuchtequellen (feuchte Wäsche, Pflanzen) vorhanden sind oder sich Kondenswasser an der Fensterscheibe bildet

Bad

  • intensive Stoßlüftung (besonders nach dem Duschen oder Baden)
  • Wasser nach dem Duschen von Duschkabinenwand und gegebenenfalls vom Boden entfernen
  • Türen zu anderen Räumen beim Lüften schließen

Küche

  • intensive Stoßlüftung (besonders nach der Essenszubereitung)
  • Türen zu anderen Räumen beim Lüften schließen

Keller

  • besonders im Sommer gut lüften, da sich an der kalten Kellerwand schnell Feuchtigkeit bilden kann
  • im Sommer vorwiegend nachts oder in den Morgenstunden lüften
  • im Winter ebenfalls regelmäßig lüften (auch tagsüber möglich)

Öffnen Sie beim Lüften der Wohnräume nicht nur die Fenster, sondern auch die Innentüren zur Durchzugs- oder Querlüftung. Das erhöht den Luftwechsel. Beim Lüften von Küche und Bad sollten Sie die Türen jedoch geschlossen halten. Hier entsteht besonders viel Luftfeuchtigkeit, die sich nicht in die anderen Räume verteilen soll.

Kipplüftung oder Stoßlüftung?

Wer nach dem Motto "Viel hilft viel" lüftet, wird spätestens beim Blick auf die Energiekostenabrechnung schlucken müssen. Denn gerade in den Wintermonaten wird das Dauerlüften bei laufender Heizung schnell zum Energiefresser. In der Regel ist Stoßlüften die bessere Alternative. Es gibt aber auch Situationen, in denen die Kipplüftung sinnvoller ist. Schläft man zum Beispiel gern bei geöffnetem Fenster, bietet sich in den Wintermonaten die Kipplüftung bei gedrosselter Heizleistung an. Hier wird dem Zimmer frische Luft zugeführt, ohne dass es ganz auskühlt oder zu viel Energie verbraucht wird.

Vermeiden Sie aber unbedingt, die Räumlichkeiten permanent in der Kipplüftung zu belüften. Das führt dazu, dass die Heizung ständig arbeitet, besonders in den Wintermonaten. Viel Energie geht nach außen verloren und Ihre Stromrechnung schießt in die Höhe. Besser führen Sie zwei- oder dreimal täglich, bei feuchten Räumen auch häufiger, eine Stoßlüftung für mehrere Minuten durch. Wie lange Sie lüften, ist vor allem von der Außentemperatur abhängig. Richten Sie sich ungefähr nach folgenden Angaben:

  • Dezember bis Februar: 5 Minuten
  • November und März: 10 Minuten
  • April, Mai, September, Oktober: 15 Minuten
  • Sommermonate: 20 bis 30 Minuten

Während der Stoßlüftung sollten Sie die Heizkörper ausdrehen. Selbst wenn Sie nur wenige Minuten lüften, geht viel wertvolle Energie nach außen verloren, wenn der Heizkörper auf einer hohen Einstellung arbeitet. 

Schimmel vermeiden beim Neubau: Lüften und Heizen

Neubauten müssen besonders intensiv gelüftet werden, da die Baufeuchte die Luftfeuchtigkeit in den Räumen noch bis zu zwei Jahren nach dem Hausbau erhöht. Bei Massivbauhäusern ist die Baufeuchte in der Regel wesentlich stärker als bei Leichtbauhäusern. Lüften und Beheizen Sie Ihren Neubau deshalb besonders intensiv, auch wenn das bedeutet, dass Ihre Heizkosten etwas höher ausfallen werden. Nur so stellen Sie sicher, dass keine Schimmelbildung entsteht. Überprüfen Sie die Raumluftfeuchte gegebenenfalls mit einem Hygrometer, um abschätzen zu können, wann Ihre Räume trocken genug sind, um die Belüftung zu reduzieren.

Auch nach einer Sanierung kann die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ansteigen, besonders wenn die Außenwände gedämmt oder neue Fenster eingebaut wurden. Lüften Sie mehrere Wochen oder Monate intensiver als Sie normalerweise Lüften, um die Sanierungsfeuchte wieder zuverlässig aus der Wohnung zu entfernen.